Das "Grüne Klassenzimmer"

Der Schulalltag mit seiner Schülerschaft, die unterschiedliche Förderschwerpunkte und sehr unterschiedliche Entwicklungsstufen mit sich bringt, hat einen stetig wachsenden Bedarf an Binnendifferenzierung zur Folge. Um dieser Herausforderung gerecht werden zu können, gründeten wir das „Grüne Klassenzimmer“.

Hierbei handelt es sich um ein Unterrichtsangebot, das schwerpunktmäßig draußen bei den schuleigenen Tieren oder auf den gärtnerischen und / oder landwirtschaftlichen Flächen der Lebensgemeinschaft stattfindet.

Es bietet vielfältige Möglichkeiten, mit denen es gelungen ist, jede Schülerin / jeden Schüler auf seine Weise zu erreichen. Das „Grüne Klassenzimmer“ ist nicht von didaktisch aufbereiteten Angeboten, Bildungsvorhaben oder erlebnispädagogischen Abenteuern geprägt, sondern es ist eine Form des Unterrichtens. Es gründet auf einem Zusammentätigsein, in der die praktische Arbeit und das Erleben des Jahreskreislaufs im Zentrum stehen und anderweitig gestaltete Lernräume ergänzt werden. Es wird keine Bildung im klassischen Sinne, sondern es werden Lebensinhalte vermittelt. Fragen schließen sich dem im besten Fall an.

Die alltägliche Pflege des Gartens oder des Ackerlands und die Versorgung der Tiere sind Tätigkeiten, die aufgrund ihrer erlebbaren Notwendigkeit für sich sprechen. Die Schüler*innen werden nicht an eine Aufgabe herangeführt, diese kommt vielmehr auf sie zu. Die Aufgabe entsteht aus der Notwendigkeit der Handlung und die Motivation entsteht aus der Beziehung zum Tier. Das geweckte Interesse und die Fürsorge für die Tiere machen die Schüler*innen wacher. Sie nehmen ihr Gegenüber, die Welt um sie herum und die Vorgänge in der Natur bewusster wahr.Ein solches Lernen wirkt sich nicht nur fruchtbar auf alle anderen Unterrichtsfächer aus, sondern stärkt auch nachhaltig die soziale Kompetenz der Kinder und Jugendlichen.